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14. September 2026Generationenwechsel im Unternehmen: Was bleibt?
Generationenwechsel im Unternehmen: Was eine Rolle über Jahre prägt
In den kommenden Jahren geht die geburtenstarke Generation der Babyboomer in großer Zahl in den Ruhestand. Für viele unserer Kund:innen heißt das: Ein Generationenwechsel im Unternehmen steht an, oft zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit.
Was uns dabei immer wieder auffällt: Die eigentliche Herausforderung ist meistens nicht die Übergabe der Formalien. Es ist die Frage, wie eng eine Rolle mit dem Menschen verwachsen ist, der sie über Jahre ausgefüllt hat, und was mit dieser Rolle passiert, wenn er/sie geht.
Was ein Generationenwechsel im Unternehmen mit den Menschen macht, bevor er überhaupt beginnt
Lange bevor ein Übergabeplan geschrieben ist, spüren alle, dass sich mit dem angekündigten Weggang etwas verändern wird. Gesprochen wird an der Stelle noch nicht darüber.
Gerade diese leise Phase ist wichtig: Hier entstehen Unsicherheiten, Erwartungen und Fragen, die später darüber entscheiden können, wie gut eine Übergabe gelingt. Als systemische Organisationsentwicklerinnen ist das oft der Moment, an dem wir dazukommen:
Dabei liefern wir keine Lösung, sondern versuchen, gemeinsam mit unseren Kund:innen zu verstehen, was da eigentlich in Bewegung geraten ist.
Wenn eine Position über Jahrzehnte zur Identität wird
Ein Beispiel aus unserer Praxis: ein Mitarbeiter in einem Familienunternehmen im produzierenden Gewerbe, der sein gesamtes Arbeitsleben dort verbracht hat. Seine Position hat sich über die Jahre so sehr um ihn herum geformt, dass man kaum noch sagen kann, wo die Rolle aufhört und die Person anfängt.
Jetzt, in der Altersteilzeit, wird ein Nachfolger gesucht, und die zentrale Frage ist nicht organisatorisch, sondern menschlich: Wie viel gibt er ab, und wann?
Gemeinsam mit ihm haben wir austariert, wie ein Tandem aus ihm und seinem Nachfolger gut aufgestellt werden kann: mit genug Überlappung, damit Wissen wandern kann, und mit genug Raum, damit der Neue wirklich ankommen darf. Das braucht Zeit und ehrliche Gespräche, aber es lohnt sich.

Warum Generationenwechsel im Unternehmen zuerst eine Frage der Generativität ist (mehr zum Stufenmodell bei Wikipedia).
Warum beim Generationenwechsel im Unternehmen viele zögern
Nicht jede Übergabe ist so weit fortgeschritten wie im ersten Beispiel. Bei einem Fahrzeughersteller zeichnet sich ab, dass ein Teamleiter in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen wird. Noch ist nichts entschieden, aber die Sondierung hat begonnen: Mit wem bespricht er, wann der richtige Zeitpunkt ist? Und was macht diese Unsicherheit mit einem Team, das sich fragt, wie lange es noch mit ihm als Führungskraft rechnen kann?
Neben der Generativität gibt es einen zweiten Grund, warum Menschen mit dem Gehen zögern: Loyalität. Wer über Jahre oder Jahrzehnte in einem Unternehmen gearbeitet hat, hat nicht nur eine Rolle aufgebaut, sondern auch eine enge Bindung zu Team und Organisation entwickelt. Beim Teamleiter zeigt sich das daran, wie verantwortlich er sich seinem Team und dem Unternehmen gegenüber fühlt. Den eigenen Ruhestand anzukündigen fühlt sich für ihn schnell so an, als würde er andere zurücklassen. Das ist kein Zögern aus Unentschlossenheit, sondern Ausdruck einer Bindung, die man bei einem Generationenwechsel im Unternehmen ernst nehmen sollte. Sie macht die Sondierung nicht einfacher, erklärt aber, warum sie so sorgfältig geführt wird. Gerade in dieser offenen Phase lässt sich am meisten für eine gute Übergabe vorbereiten.
Wissenstransfer im Generationenwechsel bewusst gestalten statt ihm zuzusehen
Ein drittes Beispiel zeigt, wie viel möglich wird, wenn man diese Phase aktiv aufgreift, statt sie geschehen zu lassen. Wir haben mit einem Team gearbeitet, dessen Altersspannweite ungewöhnlich groß war: einige Kolleg:innen mit Blick auf den nahenden Ruhestand, andere gerade erst dazugekommen. Die älteren Kolleg:innen haben im Workshop offen ausgesprochen, was sie umtreibt: Sie wollen ihr Wissen weitergeben, und sie haben Sorge, dass es mit ihnen in den Ruhestand geht, wenn das nicht gelingt.
Aus diesem Bedürfnis heraus haben wir das Team bewusst zusammengesetzt: In jeder fachlichen Subgruppe wurden ältere und jüngere Kolleg:innen gezielt gemeinsam eingeteilt, damit Wissen im Alltag wandern kann, nicht nur in einer Abschiedsübergabe am letzten Arbeitstag.
Was das für deinen Generationenwechsel im Unternehmen bedeutet

Steckst du gerade mitten in genau so einer Situation? Dann funk uns einfach an!




